APIconomy

Hi…

es gibt sie, die API Evangelisten (siehe hier http://apievangelist.com/2011/12/16/kin-lane-is-the-api-evangelist-for-citygrid/). Sie singen das hohe Lied von JSON, was erkennbar ist am Signet: {“logo”:”API Evangelist”}

Zunächst einmal sind APIs ja eine pur technische Sache, würde man meinen. Nicht mehr, meine Freunde. Ich darf mal platt auf diesen interessanten Blog-Eintrag referenzieren: http://econsultancy.com/uk/blog/10072-what-every-executive-needs-to-know-about-api-technology. David Chiu macht da eine sehr interessante Beobachtung. Immer mehr Firmen entdecken APIs als ein Modell, ihre Angebote einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Ganz erstaunlich, weil das teilweise sogar gegen Teile ihres eigenen Geschäftsmodells laufen kann. Nehmen wir Amazon, die ihren Marktplatz anderen Anbietern geöffnet haben. Wohlwissend, dass sie dann eben nicht mehr immer selber den Verkauf machen werden. Aber auch wohlwissend, dass sie damit immer mehr Kunden anziehen, weil es eben alles zu immer recht guten Preisen gibt.

Damit kreuzen sich plötzlich zwei Ströme. Es geht nicht mehr nur darum technische Funktionen zur Nutzung bereit zu stellen. Es geht auch darum, die richtigen Funktionen zu haben. Nämlich die und die dann eben so, dass ich sie für Business nutzen kann. Damit heißt das auch wegkommen von low-level Techie-Techie-Funktionen und hin zu Business.

Holla, damit wird es aber auch heikel. Da sind wir nämlich mitten in einem uralten Schlachtfeld: Technik und Business. Ein Thema, das in so vielen Filmen porträtiert wurde: Die zwei, die ohne einander nicht können, aber richtig miteinander auch nicht. Noch schlimmer, denn in unserem Fall müssen beide auf einander Rücksicht nehmen. Der sicherste und performanteste Webservice nutzt nix, wenn ihn schlicht weg keiner haben will. Der beliebteste Service auf diesem Planeten bleibt nicht lange, wenn er unsicher ist und keine Last ab kann.

Falls irgendjemand seinen Eltern verkaufen muss, warum man unbedingt Wirtschaftsinformatik in Darmstadt studieren muss, referenziert mich. Weil genau das Spannungsfeld aus Wirtschaft und Informatik sehr energiereich ist…

CU

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Hätte ich nicht besser sagen können…

Hi…

bin gerade über diesen Artikel gestolpert:

http://www.forbes.com/sites/danwoods/2012/06/21/how-att-adopted-apis-as-an-innovation-paradigm/

Ich hätte es nicht besser sagen können. Ich kenne keinen Vortrag zum Thema Zukunft, der ohne mobiles Internet auskommt. Soweit sind wir uns einig. Woher kommt dieses Internet? Auch klar.

AT&T befindet sich in exakt dem gleichen Problem wie sich eine Deutsche Telekom befindet: Man ist groß, man bewegt sich in einem sehr regulierten Markt, man hat es mit agilen Konkurrenten zu tun, von denen die meisten vor 15 Jahren noch nicht existierten oder was ganz anderes gemacht haben und – zu guter letzt – man hat die allerbeste Startposition.

Für mich sind auch APIs ein Schlüssel zum Glück. Offensichtlich für Rene Obermann auch 😉

CU

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PS: Erste Schritte sind gemacht http://www.heise.de/developer/meldung/Developer-Garden-Funktionen-mit-Visual-Studio-entwickeln-1626572.html

 

Innovation ist nicht nur technisch…

Hi…

Derzeit wühle ich mich durch deutsche Literatur zum Thema Entrepreneurship und Innovation. Ich bin auf das gestoßen: http://www.mba-berlin.de/fileadmin/doc/Working_Paper/WP_61_online.pdf

Darin habe ich einen spannenden Absatz gelesen: Für Unternehmen gibt es zwei Formen von Kraft, wenn es darum geht Produkte am Markt zu haben. Die eine Kraft braucht man um bestehende Produkte am Markt zu halten und seine Marktanteile zu verteidigen. Die andere Kraft, wenn man neue Produkte an den Markt bringt und erfolgreich macht. Letztere ist die einfachere. Es ist anstrengender Produkte am Markt erfolgreich zu halten als neue Herausforderer einzubringen. Interessanter Gedanke.

Weiter meinte der Autor, dass man sich endlich vom Gedanken der dringend notwendigen technischen Innovation verabschieden sollte. Als Beispiele werde eigentlich alle herausstehenden Neugründungen der letzten Jahrzehnte genannt: Google (Suchmaschine ist nett, aber der eigentliche Hit war die Idee mit der indirekten Finanzierung per Werbung), Starbucks (Kaffee gab es vorher, die Idee ihn so zu verkaufen war neu), Amazon (auch nicht die Erfinder von Katalogverkäufen), Apple (MP3 Player und Musikläden im Internet gab es vorher, Smartphones gab es vorher, Tablet gab es vorher). Ich kann mir jetzt lebhaft vorstellen, wie manch einer den Satz „MP3 Player schon, aber doch nicht so einen“ an den Bildschirm schreit. Right, aber hier liegen die Innovationen immer weniger im technischen mehr im Design- oder Business-Bereich. Das soll nicht heißen, man kann ganz auf technische Innovation verzichten. Aber man muss klar die Priorität anders setzen, als wir das bei Produkten der 80er und 90er gemacht (möglichst viele Knöppe dran und Funktionen, die man nur als Elektrotechniker zwar verstehen dann aber für Firlefanz halten würde).
Faszinierend sind die Gedankengänge, weil ich gerade im Bereich Enablement arbeite. Für uns wäre also die Frage, wie können wir anderen helfen derartiges aufzubauen, um am Ende per Netzwerk-Effekt selbst davon zu profitieren!?!?!
CU

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Work-Life-Balance

Hi…

Die Idee des Work-Life-Balance (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Work_Life_Balance) definiert verschiedene Lebensdomänen wie Arbeit, Familie, Freizeit. Zwischen diesen soll man eine Balance halten.

In den letzten Tagen habe viel über das Thema nachdenken müssen. Diese Gedanken mag ich mal teilen:

Wenn man etwas in Balance halten will, muss man es zunächst einmal unterscheiden können. In der Physik bezeichnet man damit die Ausgeglichenheit aller Potentiale und Flüsse (http://de.wikipedia.org/wiki/Gleichgewicht_(Physik) ).

Lasst mich mal drei Gedankenspiele machen. Was hätte der Begriff Work-Life-Balance für einen Schmied oder Müller im Mittelalter bedeutet?? Genau: Nichts. Es gab keine Trennung zwischen Arbeit, Familie oder Freizeit (äh, welche Freizeit?). Für diese Menschen war ihre Arbeit so prägend, dass sei danach genannt wurden. Ja, und ich heiße Fischer ;-). Und sie müssten Erholung, Abwechslung, Aufregung und Beruhigung – eben Alles in diesem Beruf finden.

Erstaunlicherweise empfinden wir heute dies als die „guten alten Zeiten“ und es gibt Menschen, die aktiv sich zurück in diese Zeit beamen, in dem sie „aussteigen“.

Gedankenspiel 2: Wir befinden uns jetzt zur Zeit der Industrialisierung. Die Menschen arbeiten im Diktat der Uhr. Sie werden hochspezialisiert und die Arbeit auf die endlose Wiederholung einzelner Handgriffe reduziert. Marx sieht hier eine Trennung des Menschen vom Ergebnis seiner Arbeit. Man trennt auch Arbeitsleben von der Familie und Freizeit. Was hätte Work-Life-Balance für diesen Arbeiter bedeutet?

Gedankenspiel 3: In der heutigen Zeit, in welchem Model befinden wir uns heute? Ist Arbeit und Freizeit voneinander getrennt? Oder kann man auf seine Arbeit stolz sein, es seinen Kindern weitergeben? Sind wir Mittelalter oder Industrie?

Ich denke, wir sind uns einig, dass der Marxsche Arbeitsbegriff so heute nicht mehr gilt. Was heißt jetzt aber Work-Life-Balance heute?

Ich denke, es geht nicht mehr um noch mehr Freizeit oder Urlaub. Vielmehr geht es darum, dass man mit seiner Arbeit „eines“ sein kann. Dass man Spaß daran hat, sich selbst verwirklichen kann; Spannung, Spaß und Spiel halt. Dafür lass‘ ich mich als Manager dann auch gerne verantwortlich machen.

CU

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